Verkehrsplanung
Unterägeri schafft Raum für sichere Quartierstrassen
Unterägeri schafft Raum für sichere Quartierstrassen
Gestützt auf den kommunalen Verkehrsrichtplan will die Gemeinde Unterägeri mittelfristig auf allen Quartierstrassen verkehrsberuhigte Zonen einführen. Um die Akzeptanz der Massnahmen zu stärken, wurden erste Lösungsansätze frühzeitig mit der Bevölkerung diskutiert. In einem Workshop brachten Quartierbewohnende ihre Anliegen und Ideen ein; die Rückmeldungen flossen direkt in die weitere Projektbearbeitung ein.
Auf dieser Grundlage wurde das Projekt gemeinsam mit der Strassenkommission und interessierten Quartierbewohnenden weiterentwickelt. Das nun vorliegende Konzept bildet die Basis für die signalisationsrechtliche Bewilligung und die bauliche Umsetzung. Erste Sofortmassnahmen konnten bereits realisiert werden.
Mehr Verkehr auf engem Raum
Die Alte Landstrasse ist eine rund zwei Kilometer lange kommunale Erschliessungsstrasse. Sie verläuft parallel zur Zugerstrasse beziehungsweise Seestrasse und stellt eine wichtige Schulwegachse dar. Gleichzeitig führt die rege Bautätigkeit in der Umgebung zu einer weiteren Zunahme des Verkehrs.
Die bestehende Infrastruktur stösst dabei zunehmend an ihre Grenzen: Die Fahrbahnbreite variiert zwischen 3.50 und 6.00 Metern, die Platzverhältnisse sind vielerorts eng. Fussgänger:innen und Velofahrende fühlen sich durch den motorisierten Verkehr gefährdet, eine durchgehende Infrastruktur für den Fussverkehr fehlt heute.
Einheitliches Geschwindigkeitsregime als Fundament
Unter Berücksichtigung der ortstypischen Struktur wurde deshalb eine fehlerverzeihende und siedlungsverträgliche Verkehrslösung entwickelt. Zentrales Element ist ein flächendeckendes Niedriggeschwindigkeitsregime:
- Im Ost- und Westteil der Alten Landstrasse wird durchgehend eine Tempo-30-Zone eingeführt.
- Im Bereich des Schulareals «Acher» bleibt die bestehende Fussgängerzone erhalten.
- Im Bereich Oberdorf wird neu eine Begegnungszone verfügt.
Damit entsteht ein verständliches und einheitliches Verkehrsregime, das die Sicherheit erhöht und gleichzeitig die Erschliessung des Quartiers langfristig gewährleistet.
Mehr Sicherheit für Fuss- und Veloverkehr
Ein durchgehendes Trottoir schafft künftig mehr Sicherheit und Komfort für die Zufussgehenden. Querungsstellen werden als Horizontalversätze ausgebildet und zusätzlich mit Pollern geschützt. Eine farbige Oberflächengestaltung in Form eines Punkterasters macht diese Stellen gut sichtbar.
Auch die Fahrbahnbreiten werden neu klar definiert. Wo es die Platzverhältnisse zulassen, beträgt die Breite künftig 4.50 Meter. Dadurch können sich bei reduzierter Geschwindigkeit zwei Personenwagen oder ein Lastwagen und ein Velo innerhalb der Fahrbahn kreuzen.
An Engstellen und im Bereich von Querungen wird die Fahrbahn auf 3.60 Meter reduziert. Dies verlangsamt den Verkehr und ermöglicht weiterhin die Begegnung zwischen einem Personenwagen und einem Velo. Bei Bedarf bleibt ein vorsichtiges Ausweichen auf das Trottoir möglich. Demontierbare Poller sorgen dafür, dass die Seitenbereiche nur punktuell und mit geringer Geschwindigkeit befahren werden können.
Vom Plan zur Umsetzung in Rekordzeit
Die Abgabepläne datieren vom Dezember 2024 – und bereits im Jahr 2025 wurden erste Sofortmassnahmen realisiert. Diese Umsetzungsgeschwindigkeit ist bemerkenswert und besitzt Seltenheitswert.
Die asa gratuliert der Gemeinde Unterägeri zu diesem effizienten Vorgehen. Das unmittelbare, positive Echo aus der Bevölkerung zeigt deutlich, dass die frühzeitige Einbindung der Quartierbewohnenden und die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein zielführender Weg war. So entstand ein massgeschneidertes Konzept, welches die Bedürfnisse des Quartiers aufnimmt, eine nachhaltige, sichere Verkehrserschliessung ermöglicht und die ortstypischen Eigenheiten sorgfältig berücksichtigt.
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