ein Festredner überrascht die asa
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die Handschrift von Henri
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Wenn schon Lorbeer, dann...
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Hoch geschätzte asa-Planerinnen und Planer, erfreuliche Festgemeinde,
herzlichen Dank der asa für die flotte Einladung.
asa - grosses Stirn- und Bauchrunzeln, als mir diese Abkürzung in Rapperswil vor Jahren zum ersten Mal begegnete. Welcher Laden, welche Organisation wollte es wagen, mit der ehrwürdigen American Standards Association verwechselt zu werden, einem Kürzel, das auf jeder
Filmschachtel steht und die Filmempfindlichkeit benennt.
Nein, das sei die Arbeitsgruppe für Siedlungsplanung und Architektur, wurde ich belehrt, und ein seriöses stabiles Büro, obwohl dem Wort 'Arbeitsgruppe' etwas Temporäres, ad-hoc-iges anhaftet.
Hellhörig wurde ich schon ob diesem Firmennamen - welches Büro bekennt sich schon dazu, dass das Metier mit richtiger Arbeit zu tun hat?
Die einschlägige Konkurrenz mag's bekanntlich edler. Wer etwas auf sich hält in dieser Branche, hat gefälligst mit Doppelnamen aufzutreten, zum Beispiel Torberg+Wiener, Matto+Fiasco,
Dagobert+Duck, Rösli+Thomi und so weiter. Das tönt nach Köpfen, nicht nach Arbeit. Auch nicht nach Team. Sondern nach Überfliegern und anonymem Bodenpersonal. Noch elitärer wirken die Mehrnamigen, die rücken dann schon in die Nähe von Anwaltsbüros: Schellenursli-
Geissenpeter-Alpöhi&Partner. '& Partner' ist ganz wichtig, wenn man wesentlich sein will.
Nichts dergleichen bei der asa. Keine Köpfe, keine Namen, einfach nur Arbeitsgruppe. Ganz dezent und bescheiden. So dezent, dass die Abkürzung auf der Webseite kaum mehr ausgeschrieben vorkommt. Ist auch nicht nötig, denn asa ist längst zum Markenzeichen in der Branche avanciert. Aktuell machen 22 Leute die asa aus. Wie die zusammen funktionieren, erschliesst sich mir als entferntem Externen allerdings nicht auf Anhieb.
Dieses asa-Rudel, diese exquisite Mischung von phantasievollen, einfallsreichen, ausgefallenen,
bodenständigen, schrägen, soliden Charakteren - wie raufen die sich intern zusammen, damit sie extern so souverän auftreten können? Und so gute Büez abliefern, immer wieder? Gibts Alpha-Tiere? Herrscht Basis-Demokratie? Regiert eine konstitutionelle Monarchie? Oder die organisierte Anarchie? Ich weiss es nicht, es spielt auch keine Rolle, Hauptsache, es funktioniert.
Neuerdings bietet das Unternehmen, pardon: die Arbeitsgruppe, nicht nur Architektur, Raumplanung, Verkehrsplanung, Tiefbau und öffentlichen Verkehr an, sondern auch Konfliktmanagement, betriebsintern liebevoll 'Konflim' genannt, eine hübsche Abkürzung. Da fragt man sich schon: woher haben die das Knowhow für Chaos, Krisen und Krawalle?
Eventuell aufgrund einschlägiger interner Ereignisse? Oder ist es der immer wiederkehrende Umgang mit gemeinen Gemeinderäten, störrischen Stadtvätern, fahrigen Verbandsvorständen und biederen Bauverwaltern, der sie zu solchem
Tun befähigt? Oder sind es gar studentische Prägungen nach zahllosen, nicht immer bekömmlichen Stunden am hiesigen Tech, heute vornehm Hochschule für Technik genannt? Möglich wär dies allemal, ich könnt's mir gut vorstellen, wenn ich so an gemeinsam Erlebtes und Erlittenes
denke.
Sei's drum. Trotz ausgeprägter Bescheidenheit ist die asa zum Qualitätslabel geworden und zwar durch ihre Arbeiten. Nicht durch Medienauftritte, auch nicht durch spektakuläre Inszenierungen. Einzige Ausnahme: ihre unglaublichen Kochbücher, würzig aufgemacht, deftig in der Kost.
Aber Hand aufs Herz: kaum ein Journalist käme auf die Idee, ein asa-Bestandteil zum Interview vor die 10vor10-Kameras zu schleppen. Eigentlich schade, denn es hätte vermutlich mehr Gescheites zu sagen, als manche Stars der Szene mit ihren ewig gleichen Sprüchen. Eben dies haben Kenner der Szene beobachtet, viele zufriedene Auftraggeber wissen es
schon lange - trotz asa-mässiger Berufsbescheidenheit.
Zum Beleg folgende Zitate: «Was ist gute Architektur? Sie ist ein Spiel, das Stimmungen schafft und Bilder baut. Sie hat plastische und visuelle Wirkung. Sie schliesst ökologische Vernunft nicht aus. Sie fällt gegen aussen auf, bleibt im Innern aber funktional. Hier sind zehn markante Beispiele aus den vergangenen zehn Jahren für gute Architektur in der Schweiz.»
An erster Stelle: 'Schulhaus Vogelsang, Nänikon, 2004. Architekt: asa, Rapperswil / Uster. Offene Passagen über Gänge aus Beton und Glas, wuchtige Holztreppen und eine weite Dachlandschaft. Und nach innen gekehrte Klassenstuben, zu denen Aussenzimmer unter freiem Himmel gehören.' Ende Zitat. Kürzer und besser lässt sich das kaum sagen.
Wer so lobt, wollen Sie wissen? Köbi Gantenbein, Chefredaktor 'Hochparterre'. Im Jubiläumsheft '10 Jahre Facts', Nr. 14, vom 7. April 2005. Übrigens, nur vollständigkeitshalber seien auch die weiteren Plätze der Liste erwähnt:
BauArt, Bern / Mario Botta, Lugano / Jean Nouvel, Paris / Gigon+Guyer, Zürich / Peter Zumthor, Haldenstein / EM2N, Zürich / Herzog+deMeuron, Basel / Alder+Müller, Basel - Moos Giuliani Herrmann, Uster / Diller+Scofidio, NewYork. Momoll, keine schlechte Gesellschaft!
Schade nur, dass es für Raumplanung, Verkehrsplanung, Tiefbau und öffentlichen Verkehr kaum Preise zu gewinnen gibt. Die asa hätte gewiss einige Premium-Projekte vorzuweisen.
Selbstverständlich suchen Sie die Gantenbeinige Laudatio auf der asa-Webseite vergeblich. Nichts, kein Blättchen vom verdienten medialen Lorbeerkranz. Eigentlich auch klar und folgerichtig
in der asa-Kultur der gelebten Bescheidenheit: Wenn schon Lorbeer, dann gehört der gefälligst ins asa-Kochbuch oder ganz konkret in herzhafte Gerichte auf den Tisch!
Genau ? und deshalb freuen wir uns schon jetzt wieder auf die nächste Kochbuch-Kreation. Und auf das weitere nachhaltige Wohlergehen der asa, geschäftlich, beruflich, persönlich - und überhaupt!
Ganz herzlich Henri Leuzinger
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